Feuerhemmende Imprägnierung vs. Farbe für Holz: Welches System sollte man wählen?

Beim Brandschutz von Holzkonstruktionen geht es nicht nur darum, eine geforderte Brandklasse zu erreichen. Die richtige Lösung hängt ebenso von der gewünschten Optik, dem Zustand des Untergrunds, dem Applikationsverfahren, dem Instandhaltungskonzept und der Beanspruchungsumgebung ab.

Wählen Sie eine transparente Brandschutzimprägnierung, wenn die natürliche Holzoptik erhalten bleiben soll und die Oberfläche saugfähig ist. Wählen Sie ein Brandschutz-Beschichtungssystem, wenn das Projekt eine deckend gestrichene Oberfläche erfordert oder wenn das Holz bereits beschichtet ist und eine Imprägnierung nicht mehr in die Oberfläche eindringen kann.

Beide Systeme können im brandsicheren Holzbau ihre Berechtigung haben. Die richtige Wahl hängt vom Ziel des jeweiligen Projekts ab.

Worin besteht der Unterschied zwischen einer Imprägnierung und einer Brandschutzfarbe?

Eine Brandschutzimprägnierung ist dafür ausgelegt, in die Holzstruktur einzudringen. Ihr Zweck ist es, das Brandverhalten des Holzes zu verbessern und dabei die natürliche Optik des Holzes so weit wie möglich zu erhalten.

Ein Brandschutz-Beschichtungssystem wirkt als Oberflächenschicht. Es besteht in der Regel aus mehreren Schichten, zum Beispiel aus einer Brandschutzgrundierung und einer Deckbeschichtung. Dieses System überdeckt das Holz und erzeugt eine gestrichene Oberfläche.

Vereinfacht gesagt: Eine Imprägnierung eignet sich für sichtbares Naturholz, während eine Brandschutzfarbe für Anwendungen vorgesehen ist, bei denen das Holz gestrichen werden soll.

SPFR100 vs. Brandschutzfarbe: die wichtigsten Unterschiede

Kriterium SPFR100 (Imprägnierung) Brandschutz-Beschichtungssystem
Auftragsverfahren Dringt in die Holzstruktur ein Oberflächenbeschichtung
Optisches Ergebnis Natürliche Holzoptik bleibt erhalten Gestrichene Oberfläche
Erreichbare Brandverhaltensklasse B-s1,d0 (EN 13501-1) B-s1,d0 möglich, abhängig vom geprüften System, Untergrund und der Trockenschichtdicke
Verbrauch 220–250 ml/m², 2 Anstriche Mehrschichtsystem, produktabhängig
Trocknungszeit 24–48 Stunden Mehrstufig, unterschiedlich
Instandhaltung Ein Wartungsanstrich mit 120–140 ml/m² Bewertung des Gesamtsystems erforderlich
Geeignet für bereits beschichtete Oberflächen Erfordert in der Regel eine saugfähige Oberfläche Häufig geeignet, abhängig vom geprüften System
VOC-frei, formaldehydfrei Ja Produktabhängig
Zertifikat KIWA ET-0388-24, gültig bis 13.02.2029 Je nach Produkt unterschiedlich

Wann ist SPFR100 die richtige Wahl?

SPFR100 eignet sich besonders für Projekte, bei denen Brandschutz mit der natürlichen Optik von Holz kombiniert werden soll. Es handelt sich um eine transparente, wasserbasierte Imprägnierung für ein breites Spektrum saugfähiger Holz- und Holzwerkstoffe, darunter Fassaden, Schalungs- und Verkleidungsbretter, Konstruktionsholz, Sperrholz, CLT-/Brettsperrholzplatten und andere sichtbare Holzanwendungen. Die erforderliche Brandklassifizierung, der Untergrund und die Projektdokumentation sollten stets mit dem vorgesehenen Einsatzbereich abgeglichen werden.

Eine mit SPFR100 behandelte Oberfläche behält die natürliche Holzoptik und benötigt keine zusätzliche Endbeschichtung. Das ist ein wesentlicher Vorteil bei architektonischen Lösungen, bei denen Holzstruktur und Materialwirkung Teil des gewünschten Endergebnisses sind.

SPFR100 ist eine geeignete Wahl, wenn:

  • die Brandverhaltensklasse B-s1,d0 erreicht werden soll.
  • das Holz optisch natürlich bleiben muss.
  • die Oberfläche saugfähig ist und nicht mit einem porenverschließenden Lack, Anstrich oder Öl versehen ist.
  • die Lösung für Innen- oder Außenbereiche geeignet sein muss.
  • eine VOC-freie, formaldehydfreie, halogenfreie und pH-neutrale Zusammensetzung wichtig ist.
  • ein mehrschichtiges Beschichtungssystem vermieden werden soll.

Der Produktverbrauch beträgt 220–250 ml/m². Unter normalen Bedingungen liegt die Trocknungszeit bei 24–48 Stunden. Die volle brandschutztechnische Wirkung entwickelt sich innerhalb von 5–7 Tagen nach der Behandlung.

Zertifizierter B-s1,d0-Anwendungsbereich von SPFR100: Die aktuell veröffentlichte Klassifizierung B-s1,d0 nach EN 13501-1:2018 umfasst Fichtenholz mit einer Mindestdicke von 18 mm, das allseitig mit mindestens 240 g/m² SPFR100 behandelt wurde, ohne zusätzliche Beschichtung, innerhalb des im Klassifizierungsbericht K16/2024 und im Zertifikat ET-0388-24 definierten Anwendungsbereichs. SPFR100 ist für ein breiteres Spektrum saugfähiger Holz- und Holzwerkstoffanwendungen ausgelegt, darunter Fassaden, Bekleidungen, Konstruktionsholz, Sperrholz und CLT-/Brettsperrholzplatten. Für jedes Projekt sollten die erforderliche Brandverhaltensklasse, der Untergrund und die projektspezifische Dokumentation vor der Ausschreibung bzw. Spezifikation bestätigt werden. Zertifikat herunterladen →

Wann ist ein Brandschutz-Beschichtungssystem die richtige Wahl?

Eine Brandschutzfarbe kann sinnvoll sein, wenn das Projekt eine gestrichene Oberfläche vorsieht. Das ist zum Beispiel in Technikräumen, Industriegebäuden oder Innenanwendungen der Fall, bei denen die natürliche Holzmaserung keine Rolle spielt.

Ein Beschichtungssystem kann auch besser geeignet sein, wenn der Untergrund bereits beschichtet ist und die Imprägnierung nicht mehr in das Holz eindringen kann. SPFR100 ist in der Regel nicht für Oberflächen geeignet, die mit porenverschließenden Beschichtungen wie Lacken, Farben oder Ölen versehen sind.

Ein Brandschutz-Beschichtungssystem kann eine geeignete Wahl sein, wenn:

  • das Endergebnis eine gestrichene Oberfläche sein muss.
  • die natürliche Holzoptik nicht wichtig ist.
  • der Untergrund bereits beschichtet ist.
  • das Projekt einen bestimmten Farbton oder eine deckende Oberfläche erfordert.
  • der Auftraggeber ein mehrschichtiges System und dessen Instandhaltung berücksichtigt hat.

Arbeitsablauf und Instandhaltung

SPFR100 wird in mindestens zwei Anstrichen aufgetragen, mit einem Abstand von mindestens 60 Minuten zwischen den Anstrichen. Die Trocknungszeit unter normalen Bedingungen beträgt 24–48 Stunden.

Brandschutz-Beschichtungssysteme erfordern in der Regel mehrere aufeinander abgestimmte Schichten. Neben den Materialkosten müssen daher auch die Arbeitsschritte, Trocknungszeiten, die Kontrolle der Schichtdicke und die spätere Instandhaltung berücksichtigt werden.

Die Instandhaltung von SPFR100 erfordert in der Regel nur eine Wartungsschicht mit einer Auftragsmenge von 120–140 ml/m². Wird die behandelte Oberfläche mechanisch beschädigt, müssen die beschädigten oder geschnittenen Bereiche erneut behandelt werden.

Bei Beschichtungssystemen hängt die Instandhaltung vom Zustand des gesamten Systems ab. Wenn die Deckschicht beschädigt ist oder abblättert, muss beurteilt werden, ob nur die sichtbare Farbschicht betroffen ist oder auch die brandschutzwirksame Grundschicht.

Zusammenfassung

SPFR100 und Brandschutzfarben erfüllen grundsätzlich denselben Zweck, sind jedoch für unterschiedliche Situationen geeignet.

Wenn die natürliche Holzoptik erhalten bleiben und gleichzeitig die Brandverhaltensklasse B-s1,d0 erreicht werden soll, ist eine transparente Imprägnierung wie SPFR100 häufig die praxisgerechtere Lösung. Sie eignet sich gut für sichtbare Holzoberflächen wie Fassaden, Schalungs- und Verkleidungsbretter sowie andere saugfähige Holzwerkstoffanwendungen. Für CLT-/Brettsperrholzplatten und andere Holzwerkstoffe kann SPFR100 ebenfalls eine geeignete Lösung sein; die erforderliche Brandverhaltensklasse, der Untergrund und die projektspezifische Dokumentation sollten jedoch vor der Spezifikation bestätigt werden.

Wenn eine deckend gestrichene Oberfläche gewünscht ist oder der Untergrund keine Imprägnierung zulässt, kann ein Brandschutz-Beschichtungssystem besser geeignet sein.

Die richtige Wahl hängt immer vom Projekt ab: vom Untergrund, den brandschutztechnischen Anforderungen, der gewünschten Optik, der Nutzungsumgebung und dem Instandhaltungskonzept.

FAQs

Ist eine Brandschutzimprägnierung besser als eine Brandschutzfarbe?
Das hängt vom Projekt ab. Eine Imprägnierung ist in der Regel die bessere Wahl, wenn die natürliche Holzoptik erhalten bleiben soll. Eine Brandschutzfarbe ist meist besser geeignet, wenn eine gestrichene Oberfläche gefordert ist.

Kann eine Brandschutzimprägnierung eine Brandschutzfarbe ersetzen?
Nicht immer. Eine Brandschutzimprägnierung wird in der Regel bevorzugt, wenn die natürliche Holzoptik erhalten bleiben soll und die Oberfläche saugfähig ist. Eine Brandschutzfarbe wird meist bevorzugt, wenn eine deckend gestrichene Oberfläche erforderlich ist oder wenn das Holz bereits beschichtet wurde.

Kann SPFR100 auf gestrichenem Holz verwendet werden?
SPFR100 ist für saugfähige Holzoberflächen ausgelegt. Vorhandene filmbildende Beschichtungen wie Farben, Lacke oder Öle können die Aufnahme blockieren. Deshalb sollten bereits beschichtete Oberflächen vor der Behandlung beurteilt werden. In vielen Fällen muss die Beschichtung entfernt werden, oder ein anderes Brandschutzsystem ist besser geeignet.

Erhält SPFR100 die natürliche Holzoptik?
Ja. SPFR100 ist transparent und dafür entwickelt, die natürliche Optik von Holz zu erhalten.

Ist SPFR100 nach B-s1,d0 zertifiziert?
Ja, innerhalb des zertifizierten Anwendungsbereichs, der im Klassifizierungsbericht K16/2024 und im Zertifikat ET-0388-24 definiert ist. Das aktuelle Zertifikat ET-0388-24 wurde erstmals am 14. Februar 2024 ausgestellt und ist bis zum 13. Februar 2029 gültig, sofern die technische Beschreibung, die Herstellungsbedingungen und die werkseigene Produktionskontrolle nicht wesentlich verändert werden.

Möchten Sie wissen, ob SPFR100 oder ein Beschichtungssystem besser zu Ihrem Projekt passt? Kontaktieren Sie uns – wir helfen Ihnen bei der Auswahl einer technisch geeigneten Lösung.

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