Feuerhemmende Imprägnierung vs. Farbe für Holz: Welches System sollte man wählen?
SPFR100 Brandschutzimprägnierung vs. Brandschutzanstrichsystem: Vergleichstabelle, zertifizierter Anwendungsbereich, Verbrauchsrate, Wartung und Anwendungsleitfaden. Von…
Beim Brandschutz von Holzkonstruktionen geht es nicht nur darum, eine geforderte Brandklasse zu erreichen. Die richtige Lösung hängt ebenso von der gewünschten Optik, dem Zustand des Untergrunds, dem Applikationsverfahren, dem Instandhaltungskonzept und der Beanspruchungsumgebung ab.
Eine transparente Brandschutzimprägnierung kommt für saugfähige Oberflächen infrage, wenn die natürliche Holzoptik erhalten bleiben soll. Auch transparente intumeszierende Beschichtungen können die Holzmaserung sichtbar lassen; deckende Brandschutz-Beschichtungssysteme kommen für eine deckend gestrichene Oberfläche infrage. Entscheidend sind die erforderliche Brandklasse, der Untergrund, die gewünschte Optik und ein dokumentiertes, geprüftes System. Vorhandene Beschichtungen müssen auf ihre Eignung für das vorgesehene System beurteilt werden.
Beide Systeme können im brandsicheren Holzbau ihre Berechtigung haben. Die richtige Wahl hängt vom Ziel des jeweiligen Projekts ab.
01Worin besteht der Unterschied zwischen einer Imprägnierung und einer Brandschutzfarbe?
Eine Brandschutzimprägnierung ist dafür ausgelegt, in die Holzstruktur einzudringen. Ihr Zweck ist es, das Brandverhalten des Holzes zu verbessern und dabei die natürliche Optik des Holzes so weit wie möglich zu erhalten.
Ein Brandschutz-Beschichtungssystem wirkt als Oberflächenschicht. Es besteht in der Regel aus mehreren Schichten, zum Beispiel aus einer Brandschutzgrundierung und einer Deckbeschichtung. Deckende Farbsysteme überdecken die Holzmaserung. Es gibt auch transparente intumeszierende Beschichtungen. Die Eignung hängt vom jeweiligen System und Untergrund ab.
Vereinfacht gesagt: Eine Imprägnierung kann sich für saugfähiges, sichtbares Naturholz eignen, während deckende Brandschutzfarben für eine deckend gestrichene Oberfläche vorgesehen sind und transparente intumeszierende Beschichtungen die Holzmaserung sichtbar lassen können. Die Wahl hängt von der erforderlichen Brandklasse, dem Untergrund, der gewünschten Optik und einem dokumentierten, geprüften System ab.
02SPFR100 vs. Brandschutzfarbe: die wichtigsten Unterschiede
| Kriterium | SPFR100 (Imprägnierung) | Brandschutz-Beschichtungssystem |
|---|---|---|
| Auftragsverfahren | Dringt in die Holzstruktur ein | Oberflächenbeschichtung |
| Optisches Ergebnis | Natürliche Holzoptik bleibt erhalten | Deckende oder transparente Oberfläche, systemabhängig |
| Erreichbare Brandverhaltensklasse | B-s1,d0 (EN 13501-1) | B-s1,d0 möglich, abhängig vom geprüften System, Untergrund und der Trockenschichtdicke |
| Verbrauch | Zertifizierter Gesamtauftrag: 240 g/m² (ca. 210 ml/m²); praktischer Gesamtverbrauch: 210–250 ml/m² je nach Bedingungen und aktueller Anleitung, 2 Anstriche | Mehrschichtsystem, produktabhängig |
| Trocknungszeit | 24–48 Stunden | Mehrstufig, unterschiedlich |
| Instandhaltung | Ein Wartungsanstrich mit 120–140 ml/m² auf einer sauberen, trockenen Oberfläche, wenn die jährliche Inspektion einen Bedarf zeigt, gemäß Wartungsanleitung | Bewertung des Gesamtsystems erforderlich |
| Geeignet für bereits beschichtete Oberflächen | Erfordert in der Regel eine saugfähige Oberfläche | Eignung abhängig vom geprüften System und Untergrund; vorhandene Beschichtungen müssen beurteilt werden |
| VOC-frei, formaldehydfrei | Ja | Produktabhängig |
| Zertifikat | KIWA ET-0388-24, gültig bis 13.02.2029 | Je nach Produkt unterschiedlich |
03Wann ist SPFR100 die richtige Wahl?
SPFR100 eignet sich besonders für Projekte, bei denen Brandschutz mit der natürlichen Optik von Holz kombiniert werden soll. Es handelt sich um eine transparente, wasserbasierte Imprägnierung für ein breites Spektrum saugfähiger Holz- und Holzwerkstoffe, darunter Fassaden, Schalungs- und Verkleidungsbretter, Konstruktionsholz, Sperrholz, CLT-/Brettsperrholzplatten und andere sichtbare Holzanwendungen. Die Wahl zwischen SPFR100 und einem deckenden oder transparenten intumeszierenden Beschichtungssystem hängt von der erforderlichen Brandklasse, dem Untergrund, der gewünschten Optik und einem dokumentierten, geprüften System für den vorgesehenen Einsatzbereich ab.
Eine mit SPFR100 behandelte Oberfläche behält die natürliche Holzoptik und benötigt keine zusätzliche Endbeschichtung. Das ist ein wesentlicher Vorteil bei architektonischen Lösungen, bei denen Holzstruktur und Materialwirkung Teil des gewünschten Endergebnisses sind.
SPFR100 ist eine geeignete Wahl, wenn:
- die Brandverhaltensklasse B-s1,d0 erreicht werden soll.
- das Holz optisch natürlich bleiben muss.
- die Oberfläche saugfähig ist und nicht mit einem porenverschließenden Lack, Anstrich oder Öl versehen ist.
- die Lösung für Innen- oder Außenbereiche geeignet sein muss.
- eine VOC-freie, formaldehydfreie, halogenfreie und pH-neutrale Zusammensetzung wichtig ist.
- ein mehrschichtiges Beschichtungssystem vermieden werden soll.
Der zertifizierte Gesamtauftrag beträgt 240 g/m² (ca. 210 ml/m²). Der praktische Gesamtverbrauch liegt je nach Bedingungen und aktueller Anleitung bei 210–250 ml/m². Unter normalen Bedingungen liegt die Trocknungszeit bei 24–48 Stunden. Die volle brandschutztechnische Wirkung entwickelt sich innerhalb von 5–7 Tagen nach der Behandlung.
04Wann ist ein Brandschutz-Beschichtungssystem die richtige Wahl?
Eine deckende Brandschutzfarbe kann sinnvoll sein, wenn das Projekt eine deckend gestrichene Oberfläche vorsieht. Transparente intumeszierende Beschichtungen können dagegen die Holzmaserung sichtbar lassen. Die Wahl hängt von der erforderlichen Brandklasse, dem Untergrund, der gewünschten Optik und einem dokumentierten, geprüften System ab.
Wenn der Untergrund bereits beschichtet ist und die Imprägnierung nicht mehr in das Holz eindringen kann, ist ein Brandschutz-Beschichtungssystem nicht automatisch geeignet. Die vorhandene Beschichtung muss hinsichtlich ihres Zustands und ihrer Verträglichkeit mit dem dokumentierten, geprüften System beurteilt werden. SPFR100 ist in der Regel nicht für Oberflächen geeignet, die mit porenverschließenden Beschichtungen wie Lacken, Farben oder Ölen versehen sind.
Ein Brandschutz-Beschichtungssystem kann eine geeignete Wahl sein, wenn:
- das Endergebnis eine gestrichene Oberfläche sein muss.
- die natürliche Holzoptik nicht wichtig ist.
- eine vorhandene Beschichtung beurteilt und ihre Eignung für das dokumentierte, geprüfte System bestätigt wurde.
- das Projekt einen bestimmten Farbton oder eine deckende Oberfläche erfordert.
- der Auftraggeber ein mehrschichtiges System und dessen Instandhaltung berücksichtigt hat.
05Arbeitsablauf und Instandhaltung
SPFR100 wird in mindestens zwei Anstrichen aufgetragen, mit einem Abstand von mindestens 60 Minuten zwischen den Anstrichen. Die Trocknungszeit unter normalen Bedingungen beträgt 24–48 Stunden.
Brandschutz-Beschichtungssysteme erfordern in der Regel mehrere aufeinander abgestimmte Schichten. Neben den Materialkosten müssen daher auch die Arbeitsschritte, Trocknungszeiten, die Kontrolle der Schichtdicke und die spätere Instandhaltung berücksichtigt werden.
Die Instandhaltung von SPFR100 umfasst bei Bedarf eine Wartungsschicht mit einer Auftragsmenge von 120–140 ml/m² auf einer sauberen, trockenen Oberfläche, wenn die jährliche Inspektion einen Bedarf zeigt, gemäß Wartungsanleitung. Wird die behandelte Oberfläche mechanisch beschädigt, müssen die beschädigten oder geschnittenen Bereiche erneut behandelt werden.
Bei Beschichtungssystemen hängt die Instandhaltung vom Zustand des gesamten Systems ab. Wenn die Deckschicht beschädigt ist oder abblättert, muss beurteilt werden, ob nur die sichtbare Farbschicht betroffen ist oder auch die brandschutzwirksame Grundschicht.
06Zusammenfassung
SPFR100 und Brandschutzfarben erfüllen grundsätzlich denselben Zweck, sind jedoch für unterschiedliche Situationen geeignet.
Wenn die natürliche Holzoptik erhalten bleiben und gleichzeitig die Brandverhaltensklasse B-s1,d0 erreicht werden soll, kommen eine transparente Imprägnierung wie SPFR100 oder ein transparentes intumeszierendes Beschichtungssystem infrage, sofern das jeweilige dokumentierte, geprüfte System für den Untergrund und die gewünschte Optik geeignet ist. Sie eignet sich gut für sichtbare Holzoberflächen wie Fassaden, Schalungs- und Verkleidungsbretter sowie andere saugfähige Holzwerkstoffanwendungen. Für CLT-/Brettsperrholzplatten und andere Holzwerkstoffe kann SPFR100 ebenfalls eine geeignete Lösung sein; die erforderliche Brandverhaltensklasse, der Untergrund und die projektspezifische Dokumentation sollten jedoch vor der Spezifikation bestätigt werden.
Wenn eine deckend gestrichene Oberfläche gewünscht ist oder der Untergrund keine Imprägnierung zulässt, kann ein Brandschutz-Beschichtungssystem besser geeignet sein, sofern seine Eignung einschließlich vorhandener Beschichtungen für die erforderliche Brandklasse dokumentiert und geprüft ist.
Die richtige Wahl hängt immer vom Projekt ab: vom Untergrund, den brandschutztechnischen Anforderungen, der gewünschten Optik, der Nutzungsumgebung und dem Instandhaltungskonzept.
07FAQs
Ist eine Brandschutzimprägnierung besser als eine Brandschutzfarbe?
Das hängt von der erforderlichen Brandklasse, dem Untergrund, der gewünschten Optik und einem dokumentierten, geprüften System ab. Für sichtbare Holzmaserung kommen sowohl Imprägnierungen auf saugfähigem Holz als auch transparente intumeszierende Beschichtungen infrage. Deckende Brandschutzfarben kommen für deckend gestrichene Oberflächen infrage; vorhandene Beschichtungen müssen auf ihre Eignung für das vorgesehene System beurteilt werden.
Kann eine Brandschutzimprägnierung eine Brandschutzfarbe ersetzen?
Nicht immer. Entscheidend sind die erforderliche Brandklasse, der Untergrund, die gewünschte Optik und ein dokumentiertes, geprüftes System. Eine Imprägnierung benötigt eine saugfähige Oberfläche; transparente intumeszierende Beschichtungen können ebenfalls die Holzmaserung sichtbar lassen. Für deckende Oberflächen kommen deckende Brandschutzfarben infrage. Eine vorhandene Beschichtung macht diese nicht automatisch geeignet, sondern muss für das vorgesehene System beurteilt werden.
Kann SPFR100 auf gestrichenem Holz verwendet werden?
SPFR100 ist für saugfähige Holzoberflächen ausgelegt. Vorhandene filmbildende Beschichtungen wie Farben, Lacke oder Öle können die Aufnahme blockieren. Deshalb sollten bereits beschichtete Oberflächen vor der Behandlung beurteilt werden. In vielen Fällen muss die Beschichtung entfernt werden. Alternativ kommt ein deckendes oder transparentes intumeszierendes Beschichtungssystem infrage, sofern die vorhandene Beschichtung beurteilt wurde und das dokumentierte, geprüfte System für die erforderliche Brandklasse, den Untergrund und die gewünschte Optik geeignet ist.
Erhält SPFR100 die natürliche Holzoptik?
Ja. SPFR100 ist transparent und dafür entwickelt, die natürliche Optik von Holz zu erhalten.
Ist SPFR100 nach B-s1,d0 zertifiziert?
Ja, innerhalb des zertifizierten Anwendungsbereichs, der im Klassifizierungsbericht K16/2024 und im Zertifikat ET-0388-24 definiert ist. Das aktuelle Zertifikat ET-0388-24 wurde erstmals am 14. Februar 2024 ausgestellt und ist bis zum 13. Februar 2029 gültig, sofern die technische Beschreibung, die Herstellungsbedingungen und die werkseigene Produktionskontrolle nicht wesentlich verändert werden.
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